Prothesen

Eine Prothese bezeichnet den Ersatz von fehlenden Gliedmaßen. In der Orthopädietechnik handelt es sich dabei in den meisten Fällen um Arme, Hände, Beine (Ober- und Unterschenkel) oder Füße. Prothesen sind künstlich geschaffene Produkte, die dem fehlenden Gliedmaß funktionell ähneln.

Geschichte der Prothese:
Schon in früheren Zeiten haben sich die Menschen zu helfen gewusst und fehlende Körperteile durch künstlich hergestellte Teile ersetzt.
Die Geschichte der Prothese reicht über 2500 Jahre zurück. Der Fund einer Prothese eines Großen Zehs aus dem alten Ägypten zeugt davon, dass die Menschen bereits um 500 vor Christus auf Hilfsmittel zurückgegriffen haben, wenn sie eine Extremität oder ein Körperteil verloren haben. Doch nicht nur ein Zeh wurde zu Zeiten vor Christus durch eine Prothese ersetzt. Das belegt der Fund eines alten Holzbeins aus China, der auf zirka 2300 Jahre geschätzt wird. Auch wenn die Beinprothesen heute komplexer aussehen, nicht mehr aus einem Stück Holz gefertigt werden und funktioneller sind als vor Tausenden von Jahren, gehören diese Funde zu den ältesten existierenden medizinischen Hilfsmitteln, um fehlende Körperteile zu ersetzen.  
Im Mittelalter haben die Menschen bereits mehr Einfallsreichtum bewiesen als ihre Vorfahren. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist die Eiserne Hand des Ritters Götz von Berlichingen (1480 – 1562). Diese verfügte bereits über komplexe Systeme, die es zuließen, dass die Finger bewegt werden konnten.
Etwa zur gleichen Zeit gelang es dem französischen Mediziner Paré zum ersten Mal eine Beinprothese am Beinstumpf zu verbinden.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich im Bereich der Prothetik nicht sonderlich viel getan. Das gängigste Modell eines Beinersatzes stellte lange Zeit noch die hölzerne Beinstelze dar.
Als ein Antrieb der modernen Prothetik gilt der Erste Weltkrieg. Noch nie zuvor waren so viele versehrte Menschen aus dem Krieg zurückgekehrt, die mit Prothesen versorgt werden mussten. Ein Durchbruch gelang dem Chirurgen Ferdinand Sauerbruch, der im Ersten Weltkrieg eine Armprothese herstellte, bei dem den Patienten ein Elfenbeinstab durch den Bizeps gesteckt wurde. Diese verband den Stumpf mit der Prothese und wenn der Patient den Muskel anspannte, konnte sich der Arm bewegen.

Heute werden Prothesen nach ganz neuen Prinzipien gebaut. In Passteilen statt in Einzelstücken setzen Orthopädie-Mechaniker die Prothesen individuell zusammen und gehen dabei bestmöglich auf die Bedürfnisse des Prothesenkunden ein. Immer neuere technische Errungenschaften sorgen dafür, dass der Kunde selbstständig und mobil bleibt und so wenig wie möglich in seinem Handeln beeinträchtigt wird.  


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